4 Wochen Brasilien

Dieses Thema im Forum "Südamerika Reiseforum" wurde erstellt von Bandanar, 4. Oktober 2013.

  1. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    Es wird kalt draußen, also höchste Zeit mal wieder dem Reiseforum etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken :smilewinkgrin3:. Diesmal ist ein Brasilien-Reisebericht dran (den ich hoffentlich durchhalte).
    Vieles hatte uns bisher abgehalten dieses Land zu besuchen: evtl. Sicherheitsprobleme, hohe Reisekosten, ohne Portugisischkenntnisse umständlich individuell zu organisieren...
    Da wir aber unbedingt mal im Pantanal und Amazonas auf Tiersuche gehen wollte, ließen wir alle (nur teilweise) Vorurteile bei Seite und waren dieses Jahr für 4 Wochen im August in Brasilien unterwegs. Die Reiseroute war Folgende:

    Rio de Janeiro - Iguassu Wasserfälle - Nördliches Pantanal - Amazonas (Mamiraua) - Maragogi (Nordostküste)

    und los gehts:

    1. Tag: Dresden - Frankfurt - Genfer See - Frankfurt

    Los gings am späten Samstagnachmittag von Dresden nach Frankfurt und weiter von Frankfurt bis ... ja nur bis zum Genfer See. Hier machte unser Lufthansa Airbus eine 180 Grad Wendung und die verbleibende Flugzeit verkürzte sich um 10,5h auf nur noch 45 Minuten. Soll heißen, es ging wieder zurück nach Frankfurt. Auf meine Nachfrage wieso (die Durchsage erfolgte erst um einiges später) wurden mir Triebwerksprobleme genannt. Nun gut, das war ärgerlich, aber bei einem Tansatlantikflug ists wohl besser, wenn da alles ordnungsgemäß funktioniert. :yes3:
    Wir landeten also schon kurz nach Abflug mit voller Blaulichteskorte wieder am Flughafen Frankfurt. Aufgrund des Nachtflugverbots ging nun aber erstmal nichts mehr. Das eingecheckte Gepäck blieb im Flieger und wir kamen in den zweifelhaften Genuss einer Nacht im Sheraton Hotel am Airport. Der erneute Start war nun für den morgigen Tag 10 Uhr geplant.
    Damit büßten wir letztendlich einen Tag in Rio de Janeiro ein, gewannen aber im Nachhinein 836,- Euro für die Reisekasse hinzu (Ausgleichzahlung der LH unter Einbeziehung von EU-Claim).
     
  2. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    2. Tag: Frankfurt - Rio de Janeiro

    Pünktlich 10 Uhr ging es mit einer Ersatzmaschine ohne weitere Zwischenfälle nach Rio de Janeiro, welches wir gegen 17 Uhr erreichten. Hier wurden wir abgeholt und zu unserem gebuchten Hotel (Altos de Santa Teresa) gebracht. Auf der ca. 45 minütigen Fahrt gabs bereits die ersten beeindruckenden Ein- und Ausblicke auf Rio. Erwähnt sei vielleicht noch, dass wir am Flughafen nur knapp den Papst verpasst haben, welcher gerade die Weltjugendtage hinter sich gebracht hatte. Im Hotel angekommen machten wir heute erstmal nichts mehr, außer auf die Terrasse zu gehen und die Aussicht auf das nächtliche Rio zu genießen.

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    Zuletzt bearbeitet: 24. November 2013
  3. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    Tag 3: Rio de Janeiro, (Zuckerhut, Copacabana, Ipanema)

    Da wir durch die Flugverspätung nun nur noch zwei Tage Zeit für Rio hatten, hieß es das geplante Programm etwas zu komprimieren. Um 7 Uhr fanden wir uns so bereits am Frühstückstisch ein, von welchem wir nun auch bei Tageslicht eine schöne Aussicht auf den Cristo, auf Teile der Stadt, welche sich noch im Morgendunst befand, auf die sich im Landeanflug auf den Innenstadtflughafen befindlichen Flugzeuge und den Zuckerhut hatten. Letzterer war unser erstes Ziel für den heutigen Tag. Doch bevor es losging widmeten wir uns noch den kleinen Äffchen, welche ebenfalls pünktlich zum Frühstück auf die Terrasse kamen.

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    Da wir direkt vorm Hotel eine Bushaltestelle hatten, gings nun mit öffentlichen Verkehrsmitteln Richtung Zuckerhut. Das hieß zunächst mit dem Bus hinab bis Central, von da mit der U-Bahn bis Botafoga und von da erneut mit einem Bus bis zur Talstation der Seilbahn, welche auf den Zuckerhut hinauf führt. Das klappte alles völlig problemlos, doch als wir ankamen traf uns erstmal der Schock - in Form einer endlosen Schlange an Menschen, welche ebenfalls hinauf wollte auf den Berg. Nachdem die Weltjugendtage und zugehörige Veranstaltungen vorbei waren begannen nun anscheinend die meisten mit dem Sightseeing Programm :uhoh3:. Wir hatten nicht so richtig Lust den ganzen Tag in einer Warteschlange zu verbringen, und schafften es tatsächlich mit einigen "geschickten Manövern" :cool: bereits nach einer Stunde in der Seilbahn hinauf zum ersten der beiden Berge zu sein.

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    Von hier boten sich nun die ersten Ausblicke auf die Stadt, Flamengo Beach, Botafogo, den Corcovado und erneut die Flugzeuge im Landeanflug - was von dieser Stelle aus noch spektakulärer wirkte als vom Hotel.

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    Um nicht schon zuviele Bilder hier zu machen ging ziemlich zügig weiter zur zweiten Seilbahn, welche nun weiter hinauf auf den Zuckerhut führte.

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    Zuvor hieß es natürlich erneut: Anstehen. Von ganz oben erweiterte sich die Aussicht schließlich noch in Richtung Copacabana und in Richtung Meer hinaus.

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    Irgendwann hatten wir dann aber doch genug gesehen, und wir fuhren wieder hinab zur Talstation (natürlich mit erneutem Anstellen). Von hier gings erstmal kurz zum direkt am Zuckerhut gelegenen kleinen Strand um mal kurz zumindest die Füße im Atlantik zu baden, für mehr war es uns dann doch zu kalt.

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    Nun wars bereits kurz nach 14 Uhr, und uns blieben noch 3,5 Stunden bis Sonnenuntergang. Somit nahmen wir den nächsten Bus zur Copacabana und begannen einen schier endlosen Strandspaziergang, die gesamte Copacabana entlang, am Fort vorbei und schließlich noch den Ipanema Strand weiter bis nach Leblon. Viel los war nicht an den Stränden, was wohl an den für die Einheimischen mit ca. 25 Grad etwas zu kühlen Temperaturen lag. Die Trinkkokosnuss schmeckte uns aber auch ohne den Trubel (na gut, Ipanema war dann doch etwas voller).

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    Am Ende des Ipanema Strandes bogen wir ab und liefen parallel zum Strand eine nicht wirklich spannende Einkaufsstraße wieder zurück. Zumindest fanden wir einige kleine Supermärkte um uns mit etwas Verpflegung für den Abend einzudecken. Für den Rückweg zum Hotel wählten wir nach dem langen Tag schließlich ein Taxi. Dort angekommen war es nun auch schon dunkel. Aber die Aussicht über Rio sieht ja auch nachts phänomenal aus - besonders wenn man sie aus dem Whirlpool mit einem kühlen Bier genießen kann. :RpS_biggrin:
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. November 2013
  4. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    Tag 4: Rio de Janeiro, (Corcovado, Zentrum)

    Beim Blick aus dem Fenster begrüßte uns auch heute die Christusstatue vom völlig wolkenfreien Corcovado. Dieses schöne Wetter hieß es zu nutzen, und so fuhren wir nach einem kurzen Frühstück mit dem Taxi direkt zur Talstation der Corcovado Bahn. Verglichen mit dem Zuckerhut, war der Andrang am Ticketschalter sehr gering. Das lag aber vermutlich daran, dass man sich hier online-Tickets ausdrucken kann, was wohl auch die meisten getan hatten. Zumindest war die nächste freie Fahrt hinauf erst für 12:20 verfügbar (es war ca. 8:30). Das passte nun zeitlich so gar nicht in unseren Plan und wir entschieden uns für ein Ticket für 15:20, in der Hoffnung dann noch immer wolkenfreien Himmel vorzufinden. Aber so blieb uns zumindest genug Zeit um vorher eine Runde durchs Centro zu drehen.
    Wir nahmen zunächst den ersten Bus bis Largo do Machado

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    und spazierten kurz über den dortigen Markt.

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    Weiter ging es mit der Metro bis Cinelandia, wo der eigentliche Stadtrundgang begann. Wir folgten mehr oder weniger der vorgeschlagenen Route in unserem Reiseführer und kamen unter anderem zum Theater,

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    zum Arcos da Lapa,

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    zur gefließten Treppe, welche hinauf nach Santa Teresa führt,

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    vorbei an der Catedral Metropolitana,

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    und weiteren modernen Gebäuden,

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    durch die vor Menschen überquellenden Einkaufsstraßen,

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    und vorbei an vielen weiteren sehenswerten Dingen,

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    bis zum Wasser.

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    Lustig waren auch die allgegenwärtigen Telefonzellen

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    mit den hilfreichen "Anruftipps". :becky:

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    Um mal ein Wort zur Sicherheit zu sagen, sowohl heute als auch am gestrigen Tag hatten wir uns zu keiner Zeit unsicher gefühlt. Nirgendwo lungerten seltsame Gestalten oder irgendwelche Jugendgangs herum. Allerdings waren wir auch nur tagsüber und nur an touristischen Orten unterwegs.

    Nach diesem Rundgang setzten wir uns noch für eine Weile mit Trinkkokosnuss und Hot-Dog an den Flamengo Beach,

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    bis es schließlich mit dem Taxi pünktlich zurück zur Corcovadobahn ging. Der Andrang hier war nun ziemlich groß und sorgte anscheinend für einige Verspätung.

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    Zumindest waren diejenigen mit einem 14:40 Ticket auch 15:20 noch nicht in der Bahn. Wir schafften es erneut durch "geschicktes Anstehen" :smilewinkgrin3: gegen 16 Uhr hinauf. Die Fahrt mit der Bahn durch den Stadtregenwald ist ganz nett, aber landschaftlich nicht so spektakulär wie es teilweise beschrieben ist.

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    Oben angekommen herrschte Chaos. Man musste sich wortwörtlich von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt durch die Weltjugendtags-Menschenmassen hindurch kämpfen.

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    Irgendwie schafften wir es dann aber doch die obligatorischen Christo - Bilder zu machen

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    und auch etwas den herrlichen Panoramablick über die Stadt zu genießen.

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    Glücklicherweise war es wolkenfrei geblieben, und so hatten wir nun auch noch die Gelegenheit den Sonnenuntergang abzuwarten

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    und den Blick von hier oben über die beleuchtete Stadt schweifen zu lassen.
    Das eigentliche Problem war nun der Weg hinab. Während die Tickets hinauf noch (mehr oder weniger) zeitgebunden sind, kann man hinab eine Bahn nach Wahl nehmen. Und wir waren natürlich nicht die Einzigen, welche noch den Sonnenuntergang abgewartet hatten und nun aufgrund der rasch sinkenden Temperaturen schnell wieder hinab wollten. Schnell hieß in diesem Fall letztendlich 1,5h zu warten. Aber auch diejenigen, welche statt der Bahn, den Minibustransfer gewählt hatten standen vor dem gleichen Problem.

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    (man beachte die Fortsetzung der Schlange ganz links am Bildrand im Dunklen)

    Unten angekommen suchten wir uns nun nur noch ein Taxi, welches gewillt war uns zu unserem Hotel zu bringen und marschierten danach schnurgerade in den Whirlpool.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. November 2013
  5. paulinchen

    paulinchen Reisefuchsforum Legende

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    Hi Bandanar,

    Ich bin natürlich wieder mit dabei..wie bei deinen vorherigen Berichten auch....:wink5:

    vielen Dank für deine tollen Bilder

    lg
    paulinchen
     
  6. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    Tag 5: Rio de Janeiro - Iguassu Wasserfälle (BRA)

    Leider wars das schon mit Rio, aber auch das nächste Ziel sollte hoffentlich nicht weniger interessant werden: die Iguassu Wasserfälle. Unser Flug nach Foz do Iguacu sollte 10:30 Uhr starten und wir waren bereits kurz nach acht am Flughafen. Wir gingen zu den Gol check-in Schaltern und die Schlange die uns dort erwartete war gefühlte 500m lang. Hinter dem typischen mit Bändern abgesperrten zig-zag Bereich standen die Leute einen langen Gang entlang, um eine Ecke herum, einen weiteren langen Gang entlang usw. Wir stellten uns erstmal an um zu sehen wie es vorwärts geht, und schnell war uns klar: das wird nix in zwei Stunden. Ich machte mich nun daran allen möglichen anzutreffenden Gol - Angestellten das Problem zu schildern. (Warum spricht eigentlich am internationalen Flughafen von Rio keiner Englisch??) Ich wurde anfangs immer wieder nur zurück ans Ende der Schlange geschickt. Irgendwann habe ich dann aber wohl so sehr genervt, dass wir in die priority-line durften. Hier dauerte es zwar auch eine ganze Weile, aber wir schafften es wenigstens rechtzeitig. Wiedererwartend startete der Flug pünktlich

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    und wir landeten 12:30 in Foz do Iguacu.

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    Weiter fuhren wir mit dem Taxi zum Festpreis (20,-BRL) zum Iguazu Eco Hostel, wo wir ein Doppelzimmer gebucht hatten. Das Eco Hostel liegt am Ende einer kleinen Straße gegenüber des Bird-Parks, nur wenige hundert Meter vom Eingang zum Nationalpark entfernt - perfekt.

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    Nach schnellem und freundlichem check-in (man sprach Englisch!) machten wir uns auch gleich zum Weg Richtung Wasserfälle. Der Nachmittag scheint eine sehr gute Besuchszeit zu sein, zumindest waren erstaunlich wenige andere Touristen hier.

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    Wir kauften uns die Tickets und setzten uns in den Shuttle-Bus, welcher im Nationalpark die sehenswerten Punkte abfährt. Am dritten Halt stiegen wir aus und spazierten zum ersten Aussichtspunkt. Und wir waren sofort beeindruckt. Die Victoria Fälle waren im Vergleich zu dem hier eher unspektakulär (sorry Sambesi).

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    Und in dem Moment wussten wir noch nicht einmal, dass wir gerade nur einen Teil der gesamten Wasserfälle sehen.
    Tja, was soll ich weiter schreiben, wir liefen nun von einem Aussichtspunkt zum nächsten und waren jedesmal aufs Neue beeindruckt. Mal war man näher dran, mal weiter weg, mal fast mitten drin - wodurch man auch ordentlich nass wurde :RpS_biggrin:.

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    Und auch die ersten Coatis, welche die Imbiss- und Souvenierläden bevölkern, kreuzten unseren Weg.

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    Nach ungefähr vier Stunden setzten wir uns an der Endstation des Nationalpark-Shuttles wieder in den Bus und fuhren zurück. Der Rest des Tages bestand nun aus etwas Bird-watching im Hotelgelände, Bilder löschen, erste Karten schreiben und aus einem grauenvollen Abendessen (welches wenigstens im Übernachtungspreis schon inklusive war).
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. November 2013
  7. marimari

    marimari Reisefuchsforum Mod

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    Hallo Bandanars,
    bin auch dabei:RpS_biggrin: - wann gab's das erste Mal "Nudel mit Tomatensosse"?:RpS_biggrin: Arroz con Pollo kann's ja auch nicht 4 Wochen gewesen sein.:smilewinkgrin3:

    Ja, das ist Südamerika - die Minderheit der Leute spricht Englisch...(ausser man trifft auf ein paar ausländische Lodgebesitzer).

    Schöne Bilder, schöner Bericht...Grüsse Mari
     
  8. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    @paulinchen & marimari: Danke, danke meiner treuen Leserschaft :smilewinkgrin3:.

    Na wenn die "Nudeln mit Tomatensoße" schon angesprochen werden. Aus Ähnlichem bestand das grauenvolle Abendessen im Ecohostel: pappige Spaghetti mit einer ziemlich flüssigen Soße :uhoh3:. Darauf durfte man dafür auch 45 Minuten bei ca. 12 Grad auf netten Plastikstühlen warten :RpS_biggrin:.
     
  9. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    Tag 6: Iguassu Wasserfälle (ARG)

    Heute stand die argentinische Seite der Wasserfälle auf dem Programm.

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    Da wir den ganzen Tag Zeit hatten, entschieden wir uns dies in Eigenregie mit öffentlichen Bussen in Angriff zu nehmen. Wir starteten kurz nach acht und fuhren zunächst mit dem Bus Richtung Iguassu Stadt bis zu einem Hotel mit dem Namen Bourbon. Hier stoppten wir nach ungefähr 15 minütiger Wartezeit den Bus nach Puerto Iguazu (ARG). Mit diesem ging es bis zur Grenze, alle stiegen aus, passierten die argentinische Immigration, stiegen schließlich wieder ein und wir fuhren weiter bis zum Busterminal. Bevor es nun mit dem nächsten Bus zum Nationalpark weiter gehen konnte, mussten wir erstmal einen Geldautomaten aufsuchen, da es nicht möglich war die Tickets mit Euro, Dollar oder Reais zu bezahlen. Gesagt - getan, und kurze Zeit später saßen wir im Bus und kamen gegen 11 Uhr am Nationalparkseingang an.
    Ähnlich zur brasilianischen Seite gibt es hier anstelle eines Shuttlebusses eine Kleinbahn, welche an den Startpunkten zu den verschiedenen Wanderwegen hält.

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    Diesmal fuhren wir zunächst bis zur Endstation durch und liefen über mehrere hundert Meter Metallstege bis zum "Teufelsschlund" - ein wirklich imponierender Anblick.

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    Danach gings mit der Bahn ein Stück zurück und wir spazierten noch den oberen- sowie den unteren Rundweg entlang (beide je ca. 2,5km). Wie schon am Tag zuvor kamen wir dabei von einem spektakulären Aussichtspunkt zum nächsten (und machten viel zu viele Fotos).

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    Im Gegensatz zur brasilianischen Seite kommt man hier näher an die Fälle heran, dafür fehlt etwas der Gesamtüberblick. Alles in allem lohnt es sich also beide Seiten zu besuchen.
    Auf die beworbene Bootstour verzichteten wir allerdings, da wir keinen allzu großen Sinn darin sahen nur mal kurz in die Gischt der Wasserfälle hinein zu fahren um klatschnass zu werden.

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    Es ist auch möglich längere Touren per Jeep im Nationalpark zu unternehmen um den hiesigen Regenwald und dessen Tierwelt besser kennen zu lernen. Auch darauf verzichteten wir, da wir ja sowieso in den folgenden zwei Wochen Natur pur vor uns hatten. Einige Tiere bekamen wir auch so schon vor die Linse, neben vielen Schmetterlingen und Echsen, einigen Vögeln,

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    kreuzten natürlich erneut Nasenbären,

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    ein Aguti

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    und eine Korallennatter (oder eine als solche getarnte Schlange?!?) unseren Weg.

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    Kurz nach vier Uhr machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Puerto Iguazu, wo wir unsere verbliebenen argentinischen Peso in Souvenirläden und im Supermarkt umsetzten. Danach gings wieder per Bus zurück zum Eco Hostel.
    Eigentlich hatten wir uns fest vorgenommen heute nicht hier zu essen, aber letztendlich siegte die Faulheit und heute war es tatsächlich minimal besser. Es gab Reis mit Gemüse und Hühnchen (wie konnte mari das nur ahnen :smilewinkgrin3:). Und sogar ein vegetarisches Gericht war im Angebot: Reis mit Gemüse ohne Hühnchen :RpS_biggrin:. Dafür war der Caipirinha wirklich gut und günstig.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. November 2013
  10. marimari

    marimari Reisefuchsforum Mod

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    Ja Bandanar, ich weiss was ich damals 9 Monate in Südamerika gegessen habe :RpS_biggrin: ...ausser in Argentinien u. Chile (Beef gegrillt) keine wirklichen kulinarischen Highlights an die ich mich gerne erinnere..:sigh3::sleep3:

    Chicken mit Reis war jeden Tag im Angebot..(mal besser, mal nicht geniessbar)

    Wann geht's in den Amazonas?:uhoh3:

    Grüsse u. Danke für die tollen Bilder, Mari
     
  11. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    Erstmal kommt eine Woche Pantanal und dann gehts in den Amazonas.

    Ich kenne noch ganz gut das Essen aus Costa Rica: Reis, Bohnen und Ei zum Frühstück, Reis, Bohnen und Salat zum Mittag und Reis, Bohnen und Hühnchen zum Abendessen :RpS_biggrin: Aber es wird besser in Brasilien. :yes3:
     
  12. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    Tag 7: Iguassu (Itaipu, Bird Park) - Cuiaba

    Aufgrund der nicht ganz so passenden Flugzeiten hatten wir heute noch einen ganzen Tag Zeit in Iguassu. Da wir nach zwei Tagen nun aber doch genug von Wasserfällen hatten, kamen heute ein paar der anderen Sehenswürdigkeiten an die Reihe. So führte unser Weg zunächst zum Itaipu Staudamm, den wir nach einer ewig anmutenden Busfahrt kurz vor 10 Uhr erreichten. Im modernen Besucherzentrum entschieden wir uns für die kurze einstündige Bustour, was wohl genug sein sollte um einen Eindruck von dieser gigantischen Stauanlage zu bekommen.

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    Der Itaipu Damm liegt im Grenzgebiet zwischen Paraguay und Brasilien und wird von beiden Ländern gemeinsam betrieben. Die Staumauer ist ungefähr 8km lang und stellenweise fast 200m hoch. Der angestaute See hat die 2,5-fache Fläche des Bodensees. Damit soll dies nach dem Drei-Schluchten-Damm das zweitgrößte Wasserkraftwerk der Welt sein.

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    Die Bustour führte einmal unten an der Staumauer entlang auf die paraguayische Seite und auf der Staumauer wieder zurück. Unterbrochen wurde das ganze durch einige Stopps an Aussichtspunkten auf das imposante Bauwerk.

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    Nach der Tour liefen wir noch zu einem sogenannten Eco-Museum, welches im Eintritt mit inklusive war. Hier war allerlei bunt gemischtes Zeugs ausgestellt, von landwirtschaftlichen Geräten über ausgestopfte Tiere der Region bis hin zu Modellen vom Staudamm und den Generatoren. Wirklich interessant fanden wir das Ganze nicht wirklich :rolleyes3:.
    Von hier gings nun wieder zurück Richtung Eco-Hostel bis zum Bird-Park.

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    Der Vogelpark ist ziemlich weitläufig und besteht aus einer Mischung von großen begehbaren- und "normalen" Volieren. Am interessantesten war das große Tukangehege, in welchem man diesen lustigen Vögeln zum Anfassen nahe kommen konnte. Fotos gibts allerdings erstmal nur von zwei Tieren, welche wir später leider nicht in freier Wildbahn gesehen haben, Harpyie

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    und Anaconda.

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    Nach dem Besuch des Vogelparks widerstanden wir dem Drang doch noch eine Hängematte zu kaufen :RpS_biggrin:,

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    holten unser Gepäck aus dem Hotel und fuhren mit dem Taxi zum Flughafen, von wo es pünktlich um 19:20 Uhr mit Azul Airlines weiter ging nach Cuiaba.
    Am Flughafen Cuiaba angekommen, sollten wir eigentlich von der Autovermietung Thrifty abgeholt werden. Allerdings konnten wir nirgends ein Schild mit unseren Namen entdecken. Nach längerer Suche fand ich zumindest einen Mitarbeiter von Azul, welcher tatsächlich Englisch sprach, und den ich bat bei Thrifty anzurufen. Das blieb allerdings erfolglos, da die auf meiner Buchung angegebene Rufnummer nicht existierte. Wenigstens war aber unser Hotel erreichbar und bot uns spontan einen kostenlosen Transfer an. Zufälligerweise lag auch das Thrifty Büro nur 200m nebenan, also gleichmal dahin gegangen. Dort angekommen entdeckten wir einen großen A4-Zettel mit meinem Namen auf der Theke :daumen:. Da hat wohl irgendwas nicht so ganz funktioniert, aber zumindest schien man ja was von unserer Buchung zu wissen - besser als nix. Die Mietwagenübergabe gestaltete sich anschließend etwas umständlich unter Zuhilfenahme von google-translate (no English). Aber immerhin hatten wir es nun doch noch geschafft bereits an diesem Abend unseren Mietwagen, einen Fiat Uno, Bj. 2012!, ohne Servolenkung, ohne Radio, eigentlich ohne Alles :becky: zu bekommen.
    Damit stand einem zeitigen Aufbruch am Folgetag nichts mehr im Weg und wir hofften auf Wildlife pur im Pantanal!
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. November 2013
  13. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    8. Tag: Cuiaba - Pouso Alegre (Pantanal)

    Das Pantanal ist wahrscheinlich DIE Gegend zur Tierbeobachtung in Südamerika - also genau der Ort wo wir hin mussten. Die Planung gestaltete sich hierfür allerdings als gar nicht so einfach. Zunächst hieß es sich zu entscheiden ob südliches- oder nördliches Pantanal. Im Süden verweilt man typischerweise längere Zeit in einer Lodge (Pousada, Fazenda) und unternimmt von dort aus meist geführte Touren.
    Im Norden führt die 160km lange Transpantaneira (eine Piste welche glücklicherweise nie zu Ende gebaut wurde) in das Pantanal hinein und endet am Cuiaba Fluss beim Hotel Porto Jofre. Entlang des Straßenverlaufs gibt es immer wieder einige Lodges, deren Dichte nach Süden hin abnimmt. Auch die Landschaft ändert sich (zumindest in der Trockenzeit) von savannenartig im Norden bis hin zu ausgedehnten Feuchtgebieten und zahlreichen Flussläufen im Süden (in der Regenzeit ist es auch im Norden größtenteils überflutet).
    Aufgrund unserer Reisezeit (Trockenzeit) versprach der Norden, durch die Möglichkeit in verschiedenen Unterkünften in unterschiedlichen Landschaftsformen zu verweilen, etwas abwechslungsreicher zu sein. Außerdem sollte der Cuiaba Fluss in der Gegend um das Hotel Porto Jofre eine der besten Gegenden weltweit sein, um frei lebende Jaguare beobachten zu können (versuchen kann mans ja mal).
    Also gings nun an die Unterkunftssuche. Die erste Erkenntnis war, dass wohl so gut wie niemand hier individuell unterwegs ist. Überall bekam man nur Angebote inklusive Transfer, Guide, Übernachtungen, Touren. Will man im Rahmen einer solchen Tour auch auf Jaguarsuche von Porto Jofre aus gehen, so muss man je nach Anbieter für eine Woche schon mal ein paar tausend Euro pro Person auf den Tisch legen. Das war uns dann doch zuviel, also versuchte ich die Unterkünfte direkt anzuschreiben. Auf geschätzte 10 Anfragen bekam ich zwei Antworten mit Hinweise auf Tour-Operator und eine einzige direkte Buchungszusage für die ersten zwei Nächte in der Pouso Alegre (schonmal was). Nach weiterer Recherche fand sich dann tatsächlich noch eine Webseite über welche ich auch die beiden anderen Unterkünfte (2 Nächte im Hotel Mato Grosso Pixaim, 3 Nächte im Hotel Porto Jofre) buchen konnte. Auch ein Boot für zwei Ganztagestouren in Porto Jofre ließ sich hier schon reservieren. Das Ganze war zwar noch immer ziemlich teuer, aber deutlich besser als die Komplettpakete.
    So, genug der Vorgeschichte. Zeitig früh stiegen wir in unseren Miet-Uno schalteten (das mitgebrachte) Navi ein, und los gings Richtung Pantanal. Nachdem wir Cuiaba hinter uns gelassen hatten, ließ der Verkehr schnell nach. Den einzigen nennenswerten Ort, welchen wir noch passierten war Poconé,

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    kurz vor Beginn der Transpantaneira. Hier tankt man typischerweise nochmal auf, deckt sich mit Vorräten ein und danach gehts in die "Wildnis".

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    In der Trockenzeit ist es kein Problem die Transpantaneira mit einem 2WD Fahrzeug zu befahren. In der Regenzeit sieht es wohl deutlich anders aus (siehe hier) . Unser Ziel war, gegen Mittag an der Pousada Alegre bei Kilometer 32 anzukommen. Das hieß, wir hatten noch außreichend Zeit um diese Strecke im Game-Drive Tempo abzufahren und nach ersten Tieren zu suchen. Und für den Einstand war das schonmal sehr erfolgreich. So gab es Unmengen an Wasservögeln,

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    Raubvögel,

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    und noch mehr Vögel.

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    Wir verweilten ewig an einem Wasserloch für ein schönes Kaimanbild,

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    nur um festzustellen, dass einige Kilometer weiter überall welche sehr fotogen rumlagen.

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    Und auch die ersten Wasserschweine kreuzten bereits unseren Weg.

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    Pünktlich zum Mittag kamen wir in der Pousada an und wurden gleich zum Büffet gebeten. (im Doppelzimmerpreis von ca. 150,- Euro pro Nacht war Vollverpflegung sowie eine Tour pro Tag inklusive - fürs Pantanal ein Schnäppchen)

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    Danach hieß es erstmal Siesta - es waren wohl deutlich über 30 Grad und keine Wolke am Himmel. Lange hielten wir das Nichtstun aber doch nicht aus und wir spazierten etwas umher.

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    Dabei konnten wir uns gleich weiter von den ausgezeichneten Tierbeobachtungsmöglichkeiten dieser Gegend überzeugen, trafen wir doch auf Kapuzineraffen, einen Brüllaffen

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    und ein Paar Hyazintharas.

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    Im Anschluss fuhren wir mit dem Eigentümer der Lodge noch etwa umher und bekamen einige interessante Wildlife-Spots sowie einen extrem gut getarnten Vogel gezeigt.

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    Nach einem recht ansehnlichen Sonnenuntergang

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    und einem sehr umfangreichen Abendessen gings dann nochmal los zu einem Night-Drive. Wir hatten die Hoffnung dabei eventuell auf Ameisenbären oder Tapire zu stoßen - das war dann aber wohl doch zuviel gewollt für den ersten Tag. Außer einer Eule, einem Fuchs, zahlreicher auf dem Weg schlafender Wasserschweine sowie hunderter Kaiman-Augenpaaren in den Wasserlöchern gabs trotz ausdauernder Suche erstmal nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. November 2013
  14. bounce1983

    bounce1983 Reisefuchsforum Legende

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    682
    Ich les übrigens auch mit - supertoller Reisebericht!!! Vor allem das Pantanal interessiert mich sehr.
     
  15. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    21. Januar 2011
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    Sehr schön, danke, danke :smilewinkgrin3: . Zum Pantanal gibts ja jetzt noch so Einiges...
     
  16. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    Tag 9: Pantanal, (Pouso Alegre)

    Der ganze Tag stand uns heute zur Tiersuche rund um die Lodge zur Verfügung. Laut Bradt-Wildlife-Guidebook soll hier einer der besten Plätze im Pantanal sein um Ameisenbären und Tapire zu beobachten. Und die galt es nun zu finden. Da die Tierwelt leider die frühen Morgenstunden mag, hieß es für uns zeitig aufstehen: 5:45 Uhr - kurz bevor es hell wurde :uhoh3:. Vor dem Frühstück machten wir uns zunächst zu Fuß auf die Suche. Leider trafen wir weder auf Tapir noch Ameisenbär. Dafür konnten wir mehreren Tukanen

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    und auch den Hyazintharas, welche ganz in der Nähe ihren Nistbaum hatten,

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    bei Sonnenaufgang guten Morgen sagen.
    Um sieben gabs dann erstmal Frühstück, und eine halbe Stunde später begann dann auch schon die ausgewählte Tour für diesen Tag, zwei Stunden auf dem Pferd durchs Pantanal.

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    Das war eine Premiere, ich bin zwar schon auf Kamelen, Elefanten, einem Esel und einer Riesenschildkröte geritten :yes3:, aber meine Erlebnisse mit Pferden beschränkten sich im Prinzip darauf, dass mich mal eins in Namibia gebissen hat :becky:(siehe Namibia-Reisebericht).
    Wir bekamen kurz in Portugisisch erklärt wie man so ein Pferd lenkt und los gings. Im Prinzip musste man sowieso nichts machen, die Pferde liefen von selbst dem unseres Guides, ein waschechter Pantaneiro, welcher wahrscheinlich bereits im Sattel geboren wurde, hinterher.
    Zuerst ritten wir über Grasland, dann wurde es etwas schlammiger und schließlich gings auch durch tiefere Gewässer,

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    welche teilweise auch von Kaimanen bevölkert wurden.

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    Glücklicherweise sind die aber eher an kleineren Beutetieren interessiert.
    Auch wenns kaum Tiere gab, hat die Reittour Spaß gemacht. Die Landschaft mit diesem extrem geländegängigen 1-PS Fortbewegungsmittel zu durchqueren ist einfach eindrucksvoller als im Auto oder zu Fuß.
    Als wir wieder in der Lodge ankamen war es bereits brütend heiß. Aber nichts zu tun ist ja nicht so unser Ding, also spazierten wir noch etwas umher und fuhren auch mit dem Auto noch einige Pisten ab, immer in Gesellschaft von massenhaft Kaimanen, Wasserschweinen und Vögeln.
    Auch nach dem Lunch, als sich die meisten Anderen Richtung Hängematte begaben, machten wir uns nochmals zu Fuß auf den Weg. Wir hatten zwar kaum Hoffnung in der größten Mittagshitze etwas zu entdecken, aber da hatten wir uns getäuscht. Als erstes verschreckten wir ein Aguti direkt vor unserem Zimmer,

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    dann trafen wir auf schwarze und braune Brüllaffen,

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    auf einen Crab-Eating Fox,

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    eine Gruppe Kapuzineraffen

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    und in der Nähe eines Wasserlochs begegnete uns noch diese Echse.

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    Außerdem entdeckten wir den himmlich duftenden Kadaver eines kürzlich verendeten Tapirs :sad3: (nö, davon gibts kein Bild).
    Wieder an der Lodge angekommen fragten wir deren Besitzer nach Optionen für den späten Nachmittag. Wir folgten seiner Empfehlung und fuhren zu einem nahe gelegenen Wasserloch um dort abzuwarten, was so alles zum trinken kommt (wie in Afrika). Allerdings war die Ausbeute mit einigen Vögeln zunächst recht dürftig. Aber plötzlich raschelte es im Gebüsch, und für vielleicht 15 Sekunden bekamen wir einen großen Ameisenbären samt Jungtier zu Gesicht.

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    Nicht lange, aber wir waren glücklich.
    Das folgende Programm war gleich zum Vortag: ein reichliches Abendessen und ein darauf folgender zweistündiger Night-Drive ohne großartige Highlights. Nach insgesamt 16 Stunden Tiersuche fielen wir schließlich ziemlich k.o. ins Bett. :sleep3:
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. November 2013
  17. Manfel

    Manfel Administrator Mitarbeiter

    Registriert seit:
    1. Januar 2011
    Beiträge:
    2.151
    wirklich ein Hammer .... wiedermal :cooler:

    Wenn ich auch manchmal zweifle ob das Forum im Zeitalter von facebook und Überangeboten an anderen Online Informationsquellen überhaupt was bringt...

    solche Berichte sind es, die zeigen das wir doch eine Bereschtigung haben..

    wirklich super und großes Dankeschön
     
  18. Muschel92

    Muschel92 Jungfuchs

    Registriert seit:
    12. August 2013
    Beiträge:
    27
    Bandanar, ich danke dir vielmals für deine bilderreichen Reiseschilderungen. :daumen: Hab sie mir gerade, während es draußen trüb, trist und grau ist, in Ruhe angeschaut und absolut genossen. Sehr schöne Eindrücke von Brasilien.
     
  19. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

    Registriert seit:
    21. Januar 2011
    Beiträge:
    1.834
    Tag 10: Pouso Alegre - Hotel Mato Grosso Pantanal, (Pantanal)


    Heute fuhren wir vor dem Frühstück nochmals zum selben Wasserloch wie am gestrigen Abend. Leider kamen statt Ameisenbären nur eine Rinderherde

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    und Wasserschweine zum Trinken.

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    Nach dem Frühstück entschieden wir uns erneut für eine Tour zu Pferd. Diesmal kreuzten wir den Weg einer Rotte Pekaris und trafen erneut auf diesen seltsam getarnten Vogel.

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    (na wo ist er?)

    Nachdem wir wieder zurück waren, bezahlten wir unsere Rechnung und setzten unseren Weg fort um zur nächsten Unterkunft zu gelangen, dem Mato Grosso Hotel Pantanal, welches bei Kilometer 65 direkt am Fluss Pixaim gelegen ist.

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    Für 180,- Euro pro Nacht inkl. Essen und Touren kommt man hier deutlich günstiger unter als in der direkt nebenan gelegenen Wildlife-Fazenda Santa Tereza.
    Nach einer landschaftlich abwechslungsreichen Fahrt,

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    auf welcher wir natürlich auch wieder zahlreiche Vögel antrafen,

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    und wo nun auch einige der 120 teils etwas maroden Holzbrücken zu überqueren waren,

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    kamen wir pünktlich zum Lunch im Hotel an. Zu unserer Überraschung sprach man hier zwar erneut kein Wort Englisch, aber dafür Deutsch, denn eine der Mitarbeiterinnen stammte aus einer früheren deutschen Siedlung.
    Wir besprachen uns über die Touroptionen für die folgenden zwei Tage und entschieden uns zunächst für eine Sunset Bootstour am heutigen Abend. Nach dem anstrengenden gestrigen Tag ließen wir es bis dahin nun doch mal ruhig angehen :yes3:. Das heißt wir nutzten den kleinen, aber in der Mittagshitze sehr angenehmen, Hotelpool,

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    (wir waren in dem Moment die einzigen Gäste hier, deswegen sieht es so verlassen aus :cool5:)

    schrieben und bemalten Postkarten und setzten uns für eine Weile auf den Bootsanleger am Fluß, um nach der dortigen Tierwelt Ausschau zu halten.

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    Gegen halb fünf begann die Bootstour,

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    auf welcher wir mehrere Kilometer den Pixaim entlang fuhren. Wir hatten die Hoffnung auf einige der hier heimischen Otter zu treffen, fanden aber einmal mehr "nur" zahlreiche Vögel,

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    Wasserschweine und Kaimane.

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    Allerdings machte die eindrucksvolle, üppige Vegetation kombiniert mit einem schönen Sonnenuntergang die fehlenden Otter (zumindest fast) wieder wett.
    Nach der Bootstour gabs schließlich ein ziemlich umfangreiches Abendessen und einige Caipirinha - das war mal ein entspannender Tag :yes3:. Den Fotoapparat zückte ich allerdings doch nochmal, um einen kleinen Gast in unserem Zimmer auf Speicherkarte zu bannen.

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    Zuletzt bearbeitet: 24. November 2013
  20. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

    Registriert seit:
    21. Januar 2011
    Beiträge:
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    Tag 11: Hotel Mato Grosso, (Pantanal)

    Nach der Sunset Bootstour gestern begann der heutige Tag mit dem passenden Gegenstück: einer Sunrise Bootstour. Vor Sonnenaufgang war es sauekalt im Fahrtwind auf dem Wasser, aber umso schöner war dann das Gefühl von der aufgehenden Sonne aufgewärmt zu werden. Leider waren auch diesmal keine Otter zu entdecken und weitere Fotos von den zahlreichen Jabirus, Wasserschweinen und Kaimanen erspare ich Euch jetzt mal :RpS_biggrin:.
    Nach der Bootstour gings zunächst zum Frühstücksbuffet und anschließend zum sehr ergiebigen bird-watching auf dem Hotelgelände.

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    Gegen 9:00 Uhr begann dann eine geführte Wanderung ein Stück den Fluss entlang,

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    weiter durch den Wald und über Busch- und savannenartige Landschaft wieder zurück.

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    Neben uns nahmen daran noch zwei Italiener und deren Guide teil. Der Guide vom Hotel war sehr bedacht darauf, dass wir auch alles mitbekamen, was er zu erzählen hatte. Das war teils ziemlich lustig, teils nervig, denn er sprach nur Portugisich, dies wurde vom Guide der Italiener ins Italienische übersetzt, und einer der Italiener tat sein Bestes uns das Ganze dann in Kurzform Englisch weiter zu geben. Fast wie Stille Post ... :RpS_biggrin:
    Als Erstes trafen wir bei der Tour auf eine frische Jaguarspur.

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    Der Jaguar selbst wäre uns zwar lieber gewesen, aber das war schonmal ein Zeichen, dass es vielleicht doch nicht ganz unmöglich werden wird noch einen zu entdecken. Insgesamt war die Wandertour ganz interessant, auf der wir sehr viel über Pflanzen,

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    Insekten

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    und auch der Lebensweise der Bewohner des Pantanals erfuhren.
    Einige Geduld wurde uns allerdings abverlangt, als die nicht endende Geschichte (in Portugisisch -> Italienisch -> Englisch) über einen Einsiedler erzählt wurde, welcher einst hier lebte und nun begraben ist.

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    Noch heute pilgern Leute hierher, um sich Gesundheit, Kinder oder was auch immer zu wünschen.
    Gegen Mittag waren wir wieder im Hotel, worauf es erstmal eine kurze Abkühlung im Pool gab. Im Anschluss daran setzten wir uns ins Auto um entlang der Transpantaneira auf Tiersuche zu gehen. Allzu erfolgreich waren wir allerdings nicht. Außerdem statteten wir der Fazenda Santa Tereza einen Besuch ab. Warum diese in einigen Reiseführern so hoch gelobt wird, blieb uns allerdings unklar. Die einzige "Besonderheit" war eigentlich ein mobiler Beobachtungsturm, von welchem man ins Nest eines Jabirus hätte blicken können.

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    Ansonsten war hier alles wie auch in unserem Hotel, einfache Bungalows, kleiner Pool, Bootssteg am Fluß.
    Da wir nicht zuviel Benzin verfahren durften (entlang der Transpantaneira gibts keine Tankstellen) dehnten wir den Game-Drive nicht allzu lange aus, sondern machten uns nochmals, diesmal allein, zu Fuß auf den Weg. Immerhin trafen wir dabei auf ein Schwarzschwanz-Seidenäffchen.

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    Nach unserer Rückkehr zum Hotel wurde uns nun noch eine Nachttour angeboten um einmal mehr entlang der Transpantaneira, diesmal in der Dämmerung, nach Tieren Ausschau zu halten. Wir sagten natürlich nicht nein zu dem kostenlosen Zusatzprogramm. Grund dafür war anscheinend eigentlich nur, dass einige Sättel zu einem nahegelegenen Camp gebracht werden mussten, und wir konnten einfach auf der Ladefläche des kleinen LKW mitfahren.
    Das war eine ziemlich staubige Angelegenheit - die sich letztendlich aber gelohnt hat. Denn nach ungefähr 15 Minuten Fahrt entdeckten wir zwei Tapire, welche gar nicht weit entfernt von der Straße in Ruhe fraßen.

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    Nach Rückkehr zum Hotel gabs schließlich Dinner, Caipirinhas, viele Bilder zum Aussortieren und die Vorfreude morgen ins Herz des Jaguarterritoriums weiter zu fahren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. November 2013

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